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Berlinale 2016 - Hollywood in Berlin

Wenn es kalt und ungemütlich ist und der Wind um die Hochhäuser am Potsdamer Platz pfeift, dann ist Berlinale-Zeit. Jedes Jahr im Februar kommt die internationale Filmelite auf der Jagd nach dem Goldenen Bären in die deutsche Hauptstadt. Exakt 434 Filme werden auf der 66. Berlinale ab dem 11. Februar 2016 gezeigt. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick verspricht: „Wir haben Stars wie George Clooney, Jude Law, Isabelle Huppert, Channing Tatum, Colin Firth, Kirsten Dunst, Tilda Swinton, Julianne Moore und viele mehr, die die Leute von der Couch locken werden." Schon die Jury ist hochkarätig besetzt: In diesem Jahr steht ihr Oscar-Gewinnerin Meryl Streep als Präsidentin vor, die zuletzt für ihre Rolle als Margret Thatcher in „Die eiserne Lady" international geehrt wurde. Welche Restaurants sich lohnen und wo man am besten in Berlin ausgeht, kann der US-Amerikanerin sicher Schauspieler Lars Eidinger verraten. Der gebürtige Berliner sitzt ebenfalls in der Jury. Mit Filmen wie „Alle anderen" oder „Was bleibt" stand er selbst mehrmals bereits im Berlinale-Wettbewerb.

POTSDAMER PLATZ ALS "THE PLACE TO BE"

Wer einen Blick auf die Stars erhaschen möchte, der sollte sich am Potsdamer Platz herumtreiben. Dort finden in dem zum Berlinale-Palast ernannten Theater am Potsdamer Platz und den umliegenden Kinos zahlreiche Premieren statt. Das benachbarte Hotel Hyatt ist nicht nur Veranstaltungsort vieler Pressekonferenzen, hier checkt auch der ein oder andere Filmstar ein. Das gleiche gilt für Berlins Nobel-Adressen Adlon, Ritz Carlton, Regent, Hotel de Rome oder Soho House. In dem exklusiven Members-Club ist zum Beispiel George Clooney Stammgast, aber auch Matt Damon und Madonna wurden hier schon gesichtet. Clooney, der in dem diesjährigen Eröffnungsfilm „Hail, Caesar!" mitspielt und zusammen mit den regieführenden Coen-Brüdern auf dem roten Teppich erwartet wird, ist eingefleischter Berlinale-Fan. In einem Interview sagte er der „Berliner Zeitung": „Ich war mit meiner allerersten Regiearbeit ‚Confessions of a Dangerous Mind' auf der Berlinale eingeladen. Es ist schön dabei zu sein, weil man hier das Kino liebt und sich auch damit auskennt." Auch sein Kollege Matt Damon lobt Berlin in höchsten Tönen: „Coole Stadt. Ich liebe Berlin. Ich habe da 'Bourne' gedreht. Jetzt hatte ich eine Suite im Soho House. Mit Küche. Meine Kinder haben mich besucht. Viel Schnee. Sehr kalt. Sehr lustig - mit George", sagte er der „Bild-Zeitung".

ESSEN UND TRINKEN MIT DEN STARS

Bei so viel Prominenz in der Stadt sollte es nicht wundern, wenn einem der Gast am Nebentisch irgendwie bekannt vorkommt. Der Klassiker für eine Stärkung nach getaner Berlinale-Arbeit ist das Restaurant Borchardt. Dort kommt das berühmte Schnitzel auf den Tisch, und abends steigt im Privatclub 1.OG über dem Restaurant die eine oder andere Party - natürlich nur für geladene Gäste. Wer die edle italienische Küche liebt, der besucht das Bocca di Bacco an der Friedrichstraße. Tom Hanks und Demi Moore probierten sich bereits durch die exklusive Speisekarte. Vegetarier finden im Cookies Cream das passende Gericht und lassen sich dort regional und fleischlos bewirten. Aus dem japanischen Kobe und aus der Schorfheide bezieht das Grill Royal das Fleisch für seine Steaks, die sich bereits Liam Neeson, Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson schmecken ließen. Das Restaurant mit Spreeblick ist einer der Hot-Spots der Film- und Kunstszene und während der Berlinale fast immer ausgebucht. Für einen Drink danach bietet sich danach die Bar Tausend unter den S-Bahn-Bögen an der Friedrichstraße an. Die hauseigene Backroom Cantina tischt hungrigen Partygästen deutsche Küche mit asiatischem Twist auf.

DER WESTEN IM BERLINALE-FIEBER

Es muss aber nicht immer Berlin-Mitte sein. Auch der Westen putzt sich zur Berlinale heraus. Seit zwei Jahren ist das Kino Zoo-Palast wieder eine der Spielstätten des Filmfestivals und von je her eine der Lieblingslocations von Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Mit seinen 1.650 meist lederbezogenen Sitzen ist es der Inbegriff des modernen Kinos und hat dennoch eine lange Geschichte: Schon vor 100 Jahren wurden hier Filme gezeigt. Von 1957 bis 1999 war der Zoo Palast das zentrale Wettbewerbskino der Berlinale.

Nicht nur, aber auch während der Berlinale ist die Paris Bar an der Kantstraße der Treffpunkt von Schauspielern, Regisseuren und Promis. Über die mit kunstbehangenen Wänden freute sich in der Vergangenheit unter anderem Katie Holmes, die gleich ein Foto von ihrem Besuch auf Instagram teilte. 

Neben allen großen Namen ist aber das schönste an der Berlinale, dass es sich tatsächlich um ein Filmfestival für alle handelt. Wer sich rechtzeitig um Karten kümmert, hat gute Chancen, eine Berlinale-Vorstellung besuchen zu können, vielleicht sogar in Anwesenheit des Regisseurs oder Hauptdarstellers.

 

Bilder und Bildrechte:

Titel: Der Berlinale-Bär am Sony-Center am Potsdamer Platz (Foto: © Berlinale) 
01 Berlinale-Palast (Foto: Dirk Michael Deckbar © Berlinale 2005)
02 Restaurant Bocca di Bacco
03 Zoo-Palast zur Berlinale (Foto: © Jan Bitter)