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Wird Frankfurt bald zum neuen Sitz der europäischen Bankenaufsichtsbehörde?

Es begann mit dem Referendum am 23. Juni 2016, doch die wirklichen Folgen zeigen sich erst nach und nach. Fakt ist, dass der Brexit die europäische Finanzlandschaft verändert. London ist als Standort für EU-Institutionen, darunter die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die Europäische Finanzmarktvereinigung (AFME), nicht mehr geeignet. Infolge des Brexit hat die AFME bereits Anfang dieses Jahres eine Niederlassung in Frankfurt am Main eröffnet. Nun sucht auch die EBA eine neue Heimat. In Frankfurt wäre sie zu finden. Finanzminister Wolfgang Schäuble macht sich für die Mainmetropole als neuen Sitz stark. Inzwischen hat sich Deutschland offiziell beworben.

Frankfurt, ein Standort im Herzen Europas

199 Banken nennen Frankfurt bereits ihr Zuhause, ebenso Institutionen wie die Europäische Zentralbank (EZB), der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB), das Europäische Finanzaufsichtssystem (SSM), die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge (EIOPA), die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung und die Deutsche Bundesbank. Auch die Derivatebörse EUREX sowie zahlreiche Ratingagenturen und Anwaltskanzleien mit großer Finanzkompetenz haben sich in Frankfurt niedergelassen. Die EBA wäre also in guter Gesellschaft und direkt am Puls der Finanzindustrie. Doch neben Geldinstituten und Behörden bietet der Standort Frankfurt noch etwas anderes: kurze Wege. Deutschland liegt in Europas Mitte, die EBA wäre für alle Mitgliedsstaaten schnell erreichbar. Der Frankfurter Flughafen gilt als einer der größten Europas und bietet Direktflüge in die ganze Welt, das Drehkreuz Frankfurt Hauptbahnhof verbindet europäische Großstädte wie Berlin, Amsterdam, Brüssel und Paris.

Internationales Flair mit einzigartiger Skyline

Durch zahlreiche hochdekorierte Universitäten und Hochschulen haben Unternehmen Zugang zu qualifiziertem Personal. Bundesweit ist Frankfurt zudem die einzige Stadt mit einer eindrucksvollen, wiedererkennbaren Skyline. Damit strahlt sie ein internationales Flair aus. Die Mainmetropole hebt sich durch eine hohe Standortqualität hervor, im ersten Halbjahr 2017 wurden bereits 240.000 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet. Einige internationale Finanzunternehmen, die auch nach dem Brexit weiterhin innerhalber der EU ihre Geschäfte tätigen wollen, haben bereits reagiert: Die Citigroup will ihren Handel und Teile des Investmentbanking nach Frankfurt verlegen. Auch Morgan Stanley, JP Morgan und Goldman Sachs liebäugeln mit Deutschlands Bankenstadt. Kürzlich hat sich die japanische Bank Sumitomo Mitsui Fincancial Group für die Mainmetropole entschieden. Sie folgt damit ihren Landeskollegen Daiwa Securities und Nomura.

Einer Umfrage des Centers for Financial Studies (CFS) zufolge rechnen 86 Prozent der befragten Finanzexperten damit, dass Frankfurt am stärksten vom Brexit profitieren wird. Der Zuschlag für den EBA-Sitz wäre da nur der Anfang. 

 

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Titel: Skyline Frankfurt © Fotolia