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Tempelhofer Feld wird zur Ideenschmiede

Ab nächstem Jahr wird Berlin Schritt für Schritt um einen neuen Spielplatz für kreative Köpfe reicher. Unter der Marke „Berlin Creative District“ soll der ehemalige Flughafen Tempelhof zu einer neuen Anlaufstelle für die Kreativwirtschaft, Kunst und Kultur mit internationaler Strahlkraft werden. Vorbilder sind der Meatpacking District in New York und der Brompton Design District in London.

„Leuchtturm“ des weltoffenen Berlins

Der Plan hat es in sich: Geht es nach dem Berliner Senat, wird das denkmalgeschützte Flughafengelände aus den 30er Jahren – europaweit einmalig in seiner Art – schon ab dem Jahr 2019 exemplarisch für das kreative und moderne Berlin stehen. Hauptattraktion des neuen Stadtquartiers wird eine 1,2 Kilometer lange Dachgalerie samt Terrassen für Gastronomie und Veranstaltungen bilden, die sich über die gesamte Länge des monumentalen Bauwerkes erstrecken soll. Dafür werden nach und nach die Treppenhäuser neu hergerichtet, Fahrstühle installiert und die nötige Sicherheitstechnik nachgerüstet. Auf den Dächern der 15 Treppentürme, über die man zum Dach gelangt, könnten – sofern der Denkmalschutz mitspielt – Lichter installiert werden, die als Leuchttürme den Berliner Abendhimmel erhellen. 28 Millionen Euro lassen Stadt und Bund sich das kosten, alle weiteren Maßnahmen noch nicht mit einberechnet.

Denn auch auf den rund 300.000 Quadratmetern Innenflächen des Gebäudes wird sich viel verändern: Dort, wo sich jetzt noch leerstehende Abfertigungshallen und Flüchtlingsunterkünfte befinden, die bis zum Jahr 2019 befristete sind, sollen in Zukunft kreative Unternehmen und Kultureinrichtungen einziehen. Der Kopfbau Ost sowie das ehemalige Offiziershotel werden derzeit Privatinvestoren angeboten. Im Hangar 7, der aktuell noch mit Flüchtlingen belegt ist, soll ab dem Jahr 2018 das Alliiertenmuseum ein neues Zuhause finden. Im Erdgeschoss des Gebäudes Am Platz der Luftbrücke sind ein Besucherzentrum sowie gastronomische Angebote geplant. „Wir werden den Ort mit seiner Geschichte angemessen würdigen, das Gebäude weiter für die Öffentlichkeit zugänglich machen und die Flächen kreativ, kulturell und wirtschaftlich nutzen“, erklärte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD).

Natur trifft Digital Natives

Neben der Aufwertung des eigentlichen Flughafengebäudes darf natürlich auch das Tempelhofer Feld nicht zu kurz kommen. So ist vorgesehen, das ehemalige Flugfeld – heute eine gigantische Naturoase inmitten der Stadt – bis zum Jahr 2017 mit einem kostenlosen WLAN-Zugang für jedermann auszustatten. Die „digitalen Ureinwohner“ Berlins wird das freuen, und es soll ein Zeichen dafür sein, dass Berlin auch die Internet-Hauptstadt Deutschlands sein will. Bereits jetzt hat die Digitalwirtschaft zu einer positiven Trendwende auf dem Berliner Arbeitsmarkt geführt. Dank der zahlreichen Start-Ups, die das Investitions- und Kreativklima der Hauptstadt schätzen, sind zahlreiche neue Arbeitsplätze entstanden.