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Prost, Berlin!

Warum muss Cola eigentlich immer braun sein?

Diese Frage ließ Nermin Çelik keine Ruhe. Aus einer Spinnerei heraus entschloss sie sich, eine eigene koffeinhaltige Brause herauszubringen, die ohne Zucker und Farbstoff auskommen sollte. Die Zutatenliste ist übersichtlich: Wasser, Fruchtsüße, Kohlensäure, natürliches Aroma, Calciumlactat, Zitronensäure, Koffein. Probieren können Neugierige Çeliks „Glam Cola" in Berliner Clubs und Cafés. Wie Nermin Çelik geben sich auch andere Berliner nicht mit dem Angebot der großen Getränkefirmen zufriedengeben. Sie setzen auf eigene Kreationen, wie zum Beispiel „Berliner Mätchen". Der bekannten Club Mate setzt Nico Wojak eine Mischung aus brasilianischem Matetee und süddeutschem Apfelsaft mit einer Extra-Portion Koffein aus Kaffeebohnen entgegen. Die gesunde Limo schmeckt leicht herb und hält wach.

BRAUSE VOM FASS

Schon vor mehr als hundert Jahren wurde in Berlin Brause gebraut. Der Chemiker Ludwig Scholvien erfand bereits im Jahr 1908 die Fassbrause als eine Art alkoholfreies Kinderbier für seinen Sohn. Neben den biertypischen Inhaltsstoffen Wasser und Malz enthält das Original ein Konzentrat aus Äpfeln und Süßholzwurzel. Bis heute gibt es die Berliner Spezialität noch mancherorts vom Fass. Der Variantenreichtum für das Traditionsgetränk, im Volksmund „Sportmolle" genannt, ist fast grenzenlos. In Brandenburg wird die Rote Fassbrause auf Himbeerbasis getrunken, müde Seelen werden mit dem in Flaschen abgefüllten „Kreuzbär" wieder wach, einer koffeinhaltigen Fassbrause. Vier Studenten dachten sich das Getränk mit dem schönen Namen aus. Inzwischen haben drei Profis mit Erfahrung in der Getränkebranche das Label übernommen. Sie haben auch ein Herz für die nachwachsende Generation und eine koffeinfreie Variante für Kinder im Angebot.

MAMPE - KULTSCHNAPS MIT GESCHICHTE

Anders als die Fassbrause geriet die Marke Mampe um ein Haar in Vergessenheit. Während das Berlin der 20er-Jahre mit Werbung für den Kultschnaps gepflastert war und er noch in den 70ern die Fußballer von Hertha BSC sponserte, verschwand er zunehmend aus dem Bewusstsein der Berliner - zusammen mit den Eckkneipen, die ihn auf der Karte hatten. Vor einigen Jahren allerdings nahm sich Tom Inden-Lohmar der Marke an. Der Chef einer Werbeagentur kaufte sie der Berentzen-Gruppe ab und will nun an die Glanzmomente von damals anknüpfen. Dank seiner Bemühungen haben zahlreiche Bars die gute alte Mampe Halb Halb, einen Kräuterlikör, der entfernt an Jägermeister erinnert, wieder im Programm. Aber auch Gin und Wodka gibt es nun von Mampe, abgefüllt in modern geformten Flaschen mit dem charakteristischen roten Elefanten um den Hals.

GUT GEBRAUT

Seine Position als herausragende Biermetropole hat Berlin über die letzten Jahrzehnte eingebüst. Von überregionaler Bedeutung ist heute nur noch die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei, die unter anderem das Berliner Pilsner brauen. Es gibt aber eine Reihe kleiner Privatbrauereien. Ob Rollberger aus Neukölln, Heller Stern aus Kreuzberg oder Spandauer Havelbräu, die Auswahl an frisch Gezapftem ist groß. Durch seine soziale Ader tut sich Quartiermeister hervor. Nach dem Motto „Bier vor Vier nur fürs Quartier" unterstützt der Hersteller mit seinem Gewinn soziale Projekte in Berlin und München. Wohin genau das Geld fließt, können die Kunden über die Website mitbestimmen.

GESUNDE ERFRISCHUNGEN MADE IN BERLIN

Wenn viel Mampe und Bier im Spiel waren, dann ist es Zeit für Kreutzbergs Regenerativum. Das Getränk aus Kaktusfeige, Ingwer, Guarana, Grünteextrakt, Vitaminen und Mineralstoffen hat sich der Berliner Jan Kreutzberg ausgedacht. Dabei inspirierte ihn der asiatische Getränkemarkt. Eine gesunde Wahl sind auch die Säfte, Schorlen und Cidre von Ostmost. Aus verschiedenen Apfelsorten von Streuobstwiesen stellt die Berliner Manufaktur delikate Getränke her und setzt sich dabei auch für den Erhalt dieser einzigartigen Biotope ein. Limonaden, Schorlen und Smoothies gehören zum Angebot der Proviant Fruchtmanufaktur. In Kreuzberg werden seit 2009 aus ganzen Bio-Früchten und ohne lästige Farb- und Konservierungsstoffe so delikate Kreationen wie „Kraftpaket" mit Zitrusfrüchten, Banane und Ingwer hergestellt. Der „Grüne Smoothie" enthält unter anderem Grünkohl. Aus Biosaft entstehen außerdem Schorle und Limonaden. Die gesunden Drinks gibt es inzwischen in vielen Supermärkten, aber auch im Kanzleramt. Offenbar weiß man auch dort, was gut ist.

 

Bilder und Bildrechte:

Titel: Ostmost Säfte und Schorlen
01 „Glam Cola" aus Berlin
02 „Kreuzbär" ist Fassbrause mit Koffein
03 Mampe Halb Halb
04 Limonaden und Schorle von Proviant