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Nicht mehr wiederzuerkennen: Wie sich Berlin verändern will

Ob die Neuentwicklung des Tempelhofer Feldes, der Museumsinsel oder der Europacity in der Nähe des Hauptbahnhofs: Die Berliner lieben ehrgeizige Masterpläne für die Zukunft. Grund genug haben sie, denn die Stadt will in den nächsten Jahren weiter hoch hinaus. Nun legte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel einen weiteren Masterplan für die City West vor. Die Künstlerszene darf sich hingegen auf neue Ateliers freuen.

Appartements statt Riesenrad

Berlin entwickelt sich rasant. Wer nach längerer Zeit wieder in der Gegend um den Bahnhof Zoo unterwegs ist, wird die Umgebung kaum wiedererkennen. Mit den Bauprojekten Upper West und Zoofenster hat das Panorama der City West zwei markante Eyecatcher erhalten. Doch die Zukunft wird noch viel beeindruckender, zumindest wenn es nach den Plänen von Bausenator Geisel geht: Läuft man vom Bahnhof Zoo die Hardenbergstraße entlang in Richtung Ernst-Reuter-Platz, so sollen auf Höhe der Fasanenstraße bald innovative Hochhausprojekte anstatt der alten Bürobauten der 50er Jahre zu sehen sein. Am Ernst-Reuter-Platz selbst wird ein neues 80-Meter-Hochhaus den inzwischen maroden Telekom-Bau ersetzen. Damit wird das neue Gebäude so hoch wie das gegenüberliegende, unter Denkmalschutz stehende Telefunken-Haus, das heute teilweise von der Technischen Universität genutzt wird. Nimmt man auf seinem Rundgang die Hertzallee zurück und geht am Campus der TU entlang, gelangt man künftig zu einem weiteren Blickfang. Das derzeit unbebaute Areal, auf dem ursprünglich ein Riesenrad entstehen sollte, wird zu einem gemischten Quartier mit mehr als 400 Wohnungen, einem Tagungshotel und Büroarealen ausgebaut. Zurück am Bahnhof erblickt man wahrscheinlich in Zukunft das nächste Highlight: Derzeit steht zur Debatte, den Busbahnhof am Hardenbergplatz, der als erstklassiges Baugelände gilt, entweder zugunsten eines Hochhausprojekts zu verlegen, oder aber ihn zu überbauen. Das altehrwürdige Bahnhofsgebäude am Zoo soll ebenfalls modernisiert werden, damit in naher Zukunft wieder ICE-Züge halten können – ein Zeichen des anhaltenden Aufschwungs der City West.

Mehr Kunst und Kultur in der Innenstadt

Zukunftsplanungen für Künstler hat wiederum der Berliner Atelierbeauftragte Florian Schmidt. 2000 neue Ateliers sieht sein Masterplan bis zum Jahr 2020 im Innenstadtbereich vor. Nicht nur am Kreuzberger Südstern sollen weitere Künstlerwerkstätten geschaffen werden, sondern auch im heute leerstehenden Haus der Statistik in der Nähe des Alexanderplatzes. Der eindrucksvollste neue Hot-Spot für Kreativität und Inspiration soll aber direkt am Teltowkanal in Tempelhof entstehen: Die alte, denkmalgeschützte Schokoladenfabrik des Herstellers Sarotti wird zukünftig auf 25.000 Quadratmetern zur Ideenwerkstatt für schöpferische Unternehmungen, Vernissagen beherbergen und als Bühne für Musik und Performances dienen. Sonnige Aussichten für die etwa acht- bis zehntausend Künstler, die in Berlin leben und zu einer internationalen Hauptstadt für Kunst und Kultur machen.