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Neue Stadtquartiere für die wachsende Stadt

Als Berlin Anfang der 1990er Jahre ein großer Wachstumsschub vorhergesagt wurde, folgte die große Ernüchterung. 1997 wurden knapp 33.000 neue Wohnungen in der Hauptstadt fertiggestellt – die Berliner allerdings zog es raus aus der Stadt. Heute – rund 25 Jahre später – sehnt sich angesichts der wachsenden Bevölkerung manch einer die hohen Fertigstellungszahlen zurück. Dem knappen Wohnraumangebot will die Stadt mit neuen Quartieren begegnen.

Lebenswerte Viertel zentral und am Stadtrand

Zwölf neue Stadtquartiere mit bis zu 45.000 Wohnungen sollen laut „Wohnungs- und Städtebauprogramm Wachsende Stadt“ entstehen – sowohl am Stadtrand als auch in Innenstadtlagen. Lebendige Kieze, in denen die Menschen gerne wohnen, arbeiten und leben, so lautet der Plan der Stadtentwicklung. Gefragt sind keine monotonen Schlafstädte, sondern unterschiedlichste Bau- und Wohnformen mit Freiräumen durch Grün- und Freiflächen sowie städtebaulich gestalteten Zentren mit sozialer Infrastruktur wie Einzelhandel, Gastronomie, Schulen und Kitas.

Europacity in Mitte

Nach diesem Anspruch wächst nördlich des Hauptbahnhofs die Europacity heran, ein hochwertiges Wohn- und Geschäftsviertel, mit 40 Hektar rund sieben Mal so groß wie der Potsdamer Platz. Parks und Grünflächen, eine Promenade am Kanal und ein Stadtplatz sorgen für hohe Aufenthaltsqualität in der Europacity. Hochhäuser mit Büros für 10.000 Arbeitsplätze sollen entstehen sowie verschiedenste Wohnhäuser. Der KunstCampus beispielsweise bietet exklusive Eigentumswohnungen direkt am Wasser und in unmittelbarer Nähe zur avantgardistischen Kunst- und Kulturszene der Stadt, die sich hier seit der Jahrtausendwende entwickelt hat. Insgesamt sollen in der Europacity rund 3.000 Wohnungen entstehen, zum Kauf und zur Miete, mietpreisgebunden und ohne Preisbindung, für eine soziale Mischung der Bewohnerstruktur. 

Mittenmang – Quartier Lehrter Straße

Nur durch die Bahntrasse von der Europacity getrennt und künftig durch eine Brücke mit ihr verbunden, entsteht das Quartier Mittenmang, nach einem städtebaulichen Entwurf vom Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton. In 23 sechs- bis achtgeschossigen Gebäuden finden insgesamt über 1.000 Miet- und Eigentumswohnungen Platz. Die Anordnung der einzelnen Gebäude entlang einer gedachten Zickzack-Linie schafft mehrere Innenhöfe, die Beteiligung von acht Architekturbüros verleiht dem Quartier einen vielfältigen Charakter. Im Zentrum liegen der belebte Quartiersplatz mit verschiedenen Geschäften und das 18-geschossige Wohnhochhaus, in dem 266 Mikroapartments Platz finden werden – hochwertig ausgestattet, modern möbliert, mit Concierge-Service und Fitnessstudio. Mit der hervorragenden Anbindung durch den nahen Hauptbahnhof und die zentrale Lage dürften sich hier insbesondere Geschäftsleute und andere Wochentags-Berliner wohl fühlen. Doch nicht nur sie – eingebettet in einen lebendigen, gewachsenen Kiez mit historischer Markthalle, vielen Restaurants, kleinen Galerien, alternativen Kulturtreffpunkten und vielen Einkaufsmöglichkeiten sorgt hier das urbane, Berliner Lebensgefühl dafür, dass sich alle wohlfühlen. Ganz gleich, ob Alt, Neu oder „Teilzeit“-Berliner.

Michelangelostraße in Prenzlauer Berg

Auch in Prenzlauer Berg – einer der beliebtesten Wohnlagen Berlins – soll dringend benötigter neuer Wohnraum entstehen. Zum einen durch Nachverdichtung der bestehenden Bebauung, zum anderen durch den Bau eines neuen Quartiers entlang der Michelangelostraße. Bis zu 2.700 Wohnungen sollen hier Platz finden sowie eine neue Schule, eine Kita, eine Sporthalle, ein Einkaufscenter und soziale Projekte. Etwa 6.000 Menschen könnten in dem neuen Viertel leben, das ab 2018 gebaut werden soll. Maximal sechs Geschosse sollen die neuen Wohngebäude haben, dazu große Innenhöfe. Entstehen soll das neue Quartier übrigens auf einer Fläche, die ursprünglich unbebaut blieb, um die Stadtautobahn zu verlängern – nun liegt hier der Fokus auf sozialem Wohnungsbau in einem „ökologisch-sozialen Modellquartier“.

 

Lichterfelde-Süd in Steglitz

Das mit einer Fläche von knapp 100 Hektar größte Projekt entsteht im Süden von Berlin – auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Wo die US-Truppen fast 40 Jahre lange der Häuserkampf trainierten, sollen nun rund 1.900 Wohnungen sowie 600 Reihen- und Doppelhäuser errichtet werden, sowohl gefördert und freifinanziert zur Miete als auch zum Kauf. Sechs einzelne Viertel formen das Quartier, jedes mit einem zwölfgeschossigen Hochhaus sowie vier- und sechsgeschossigen Gebäuden, gruppiert um einen kleinen Stadtplatz. Schulen, Kitas, Geschäfte, Arztpraxen und Freizeit- und Sportmöglichkeiten sowie Stadtteiltreffpunkte und Grünanlagen werden den neuen Kiez komplettieren. Das Besondere: Von dem knapp 100 Hektar großen Areal werden 39 Hektar bebaut, der größere Teil des Areals wird als Landschaftsschutzgebiet erhalten mit Pferden, Fröschen, Zauneidechsen und Fledermäusen.

 

 

Bilder und Bildrechte:

Titel: Mittenmang © Groth Gruppe

01: Europaviertel © Roman Gerike

02: Mittenmang © Groth Gruppe

03: Quartier Michelangelostraße © Deimel Oelschläger