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Immer weiter aufwärts

Der Wohnimmobilienmarkt 2017 setzt den Aufwärtstrend fort. Das Transaktionsvolumen im ersten Quartal ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, Preise und Mieten gehen nach oben. Das gilt auch für die Top-7-Städte, obwohl Harald Simons, Vorstand von empirica, im vergangenen Jahr vor allem für Berlin und München einen möglichen Preisrückgang vorausgesagt hatte und damit für Aufruhr sorgte. Die eigenen Studien des Forschungs- und Beratungsinstituts haben diese Vermutung seitdem widerlegt: Gerade in den Metropolen bewegen sich Preise und Mieten weiterhin aufwärts. Die Project Investment Gruppe stellte beispielsweise für Berlin einen Anstieg um 9,8 Prozent, in Hamburg um 9,1 Prozent und in München immerhin noch um 4,9 Prozent fest.

Trotz steigender Baugenehmigungen herrscht Neubau-Mangel – aber keine Blasengefahr

Der Mangel an Wohnraum ist besonders in den bereits dicht bebauten Metropolen deutlich spürbar. Allein in Berlin wuchs die Einwohnerzahl im Jahr 2016 um etwa 60.000, während Baugenehmigungen für nur 25.000 neue Wohnungen erteilt wurden. Das ist zwar ein Anstieg um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr – um den Bedarf zu decken, reicht es jedoch nicht. Das Transaktionsvolumen am Wohnimmobilienmarkt stieg dementsprechend weniger durch eine große Anzahl verkaufter Wohnungen als hauptsächlich aufgrund der neuen Spitzenwerte bei Kaufpreisen. Die meisten Marktbeobachter erwarten in der nächsten Zeit keine Trendwende, denn die Nachfrage bleibt hoch. Insbesondere die Metropolen sind beliebt und ziehen immer mehr Bewohner an. Zwar steigen die Zahlen der Baugenehmigungen und Projektfertigstellungen, doch die Bevölkerung wächst in den attraktiven Großstädten weiterhin schneller als das Angebot an neuem Wohnraum. Dieser Nachfrageüberhang verhindert allerdings auch die Bildung einer Blase. Erst kürzlich stellten Experten der Deutschen Bank fest, dass der Berliner Wohnungsmarkt fair bewertet ist und keine Anzeichen von Übertreibungen zeigt.

Ausländische Anleger bevorzugen das Premium-Segment

Aus dem Ausland fließt ebenfalls viel Geld nach Deutschland. Die wirtschaftliche und politische Lage hierzulande ist stabil, während im europäischen und internationalen Ausland derzeit politische Entwicklungen stattfinden, die manche Anleger verunsichert. Das macht die Investition im „sicheren Hafen“ Deutschland umso interessanter. Zudem ziehen die Metropolen, insbesondere Berlin, zahlreiche Einwanderer an. Die deutsche Hauptstadt entwickelt sich zur „Gateway City“ des globalen Mittelstands.

Innerhalb der Großstädte sind es vor allem gehobene Lagen, die finanzstarke Privatinvestoren anlocken. Da Baugrund in Zentrumsnähe rar und teuer ist, werden dort hauptsächlich Wohnungen im obersten Qualitätssegment errichtet, mit denen Verkaufspreise und Mieten erzielt werden können, die den Baukosten entsprechen. Dank der wachsenden Nachfrage aus dem Ausland ist es in diesem Marktsegment seit Jahresbeginn zu erheblichen Preissteigerungen gekommen. Berlin hat dabei die früheren deutschen Spitzenreiter München und Frankfurt am Main an Wachstum übertroffen.

Die Zuwanderung von Hochqualifizierten beschert Berlin einen positiven Kreislauf

Die Hauptstadt hat international einen hervorragenden Ruf als junge, kreative Metropole. Das führt zu einem weiteren Zuzug von engagierten Start-up-Gründern sowie der Kunst- und Kreativszene und löst so einen selbstverstärkenden Kreislauf aus. Diese Neubürger wirken sowohl als Arbeitgeber als auch als Konsumenten positiv auf die Wirtschaft der Hauptstadt, die Kaufkraft wächst berlinweit.

Für den weiteren Jahresverlauf erwarten Experten eine Fortsetzung des Trends auf dem Wohnimmobilienmarkt. Auch für die kommenden Jahre stehen die Zeichen auf Wachstum. Zwar wird es möglicherweise etwas moderater ausfallen, doch gerade im Spitzensegment der deutschen Hauptstadt können Anleger damit rechnen, dass es auf absehbare Zeit immer weiter aufwärts geht.