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Gut eingerichtet

Eine Wohnung entfaltet ihre Gemütlichkeit und ihren einzigartigen Charakter erst dann, wenn sie fertig eingerichtet ist. Doch die Suche nach dem passenden Sofa, der optimalen Küche oder dem perfekten Esstisch kann Zeit und Nerven kosten.

Zu einer Designmeile hat sich in den vergangenen Jahren die Torstraße entwickelt. Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf kleine Interior-Boutiquen wie das hübsche Accessoire-Geschäft Jean & Lily an der Ecke zur Rosenthaler Straße, sondern erstreckt sich auch auf renommierte Größen des italienischen Designs. So befindet sich in einem auffälligen Gebäude mit einer facettierten Aluminiumfassade des Architekturbüros Graft das erste deutsche Geschäft von Poliform und Varenna. Während Poliform Designmöbel herstellt, kann man sich bei Varenna seine Küche aus Materialien wie Holz, Marmor, Stahl und Aluminium zusammenstellen lassen. Es wird von den Innenarchitekten Claudia Ruhsek und Arno Schneider von Ruby Design Living geleitet, die in einem weiteren Geschäft in der Nähe vom Nordbahnhof zeitgemäßes Wohnen präsentieren.

Schräg gegenüber befinden sich in einer ehemaligen Buchdruckerei die Showrooms von B&B Italia, Fritz Hansen, Bulthaup und Agape. Sie gehören zum Möbel-Imperium von Wilfried Lembert. Der umtriebige Berliner Möbelhändler begann seine Karriere mit dem Geschäft Minimum im Stilwerk, betreibt dort nun auch den Bulthaup-Store und einen USM- und Vitra-Laden. Ein weiteres Geschäft für eine jüngere Zielgruppe eröffnete er 2011 im Aufbau-Haus am Kreuzberger Moritzplatz. Seit 2013 ist er an der Torstraße vertreten.

Auch Liebhaber skandinavischen Möbeldesigns finden an der Torstraße passende Adressen. An der Ecke zur Oranienstraße hat die dänische Möbelkette Bolia eine Dependance eröffnet. Den schlichten Möbeln des hauseigenen Designteams sieht man ihr skandinavisches Erbe an. Auf Bestellung werden die Möbel für den Kunden angefertigt. Vintage-Möbel aus Skandinavien kann man bei Stue Berlin in der Torstraße 70 erstehen. Das Geschäft von Heike Marie Rädeker ist auf Leuchten, Vasen, Kunst und Möbel aus Dänemark spezialisiert. Aus Liebe zum finnischen Design gründeten Kari und Susanna Kenetti in der Torstraße 147 ihren Laden Kippis, was übersetzt „Prost" bedeutet. Klassiker von Alvar Aalto oder Ilmari Tapiovaara gehören ebenso zum Sortiment wie junges finnisches Design, Möbel ebenso wie Keramik.

Ein Urgestein auf der Torstraße ist Rafael Horzons Geschäft Möbel Horzon. Das Sortiment ist seit 1999 übersichtlich geblieben, denn vor allem vertreibt er ein schlichtes, individuell anpassbares Regalsystem. Wer also ein Stück echtes Berliner Möbeldesign erwerben will, ist in seinem Laden in der Nummer 106 goldrichtig.

Im Westen der Stadt ist das Stilwerk an der Kantstraße 17 ein zuverlässiger Anlaufpunkt für alle, die an modernem Design interessiert sind. Gerade feierte es seinen 15. Geburtstag. Auf vier Etagen können Designfans Küchen von Poggenpohl oder Bulthaup planen lassen. Sie finden Marken wie Vitra oder Ligne Roset mit eigenen Flagshipstores. Doch das Stilwerk ist mehr als eine Shoppingmall, sie ist auch ein Treffpunkt für Design-Interessierte. So ehrt die Wohn-Zeitschrift A&W ihren „Designer of the Year" jedes Jahr mit einer Ausstellung im Foyer. Es gibt Partys und Podiumsdiskussionen. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Blick von der knapp 300 Quadratmeter großen Dachterrasse, die während vieler Events geöffnet ist.

In der Nähe des Stilwerks haben sich im Laufe der Jahre noch mehr Einrichtungsspezialisten niedergelassen. Gleich gegenüber ist der dreistöckige Showroom von Dopo Domani, der Marken wie B&B Italia, Minotti oder Cappellini führt. Von Fabio Novembre wurde der Bisazza-Showroom an der Kantstraße 150 entworfen, der hochwertige Glasmosaike anbietet und auch eine eigene Möbel- und Badkollektion hat. Feinste italienische Bäder verkauft Marmo e Terracotta in der Kantstraße 149. Neben Naturstein und Fliesen fürs Bad führt das Geschäft die wunderschönen Wannen und Badmöbel der Firma Agape.

Wer Freude an exklusiven Einzelstücken hat, der sollte in der Mommsenstraße 3 vorbeischauen. Dort befinden sich die neuen Räume der Galerie von Hans-Peter Jochum. Seit Anfang der achtziger Jahre ist er spezialisiert auf historische Objekte des 20. Jahrhunderts aus Europa und Amerika und auf zeitgenössisches Möbeldesign. „Für einen Tisch kann man hier so viel Geld ausgeben wie für einen Mittelklassewagen", schrieb das Zeit-Magazin in einem Artikel über „einen der wohl renommiertesten Händler für Design in der Stadt".

Nicht gerade um die Ecke, aber dennoch lohnenswert ist ein Ausflug ins südwestlich gelegene Villenviertel Grunewald. Denn dort befindet sich die Villa Harteneck. Jahrelang wurde sie von Interiorprofi Frank Stüve geleitet, der das Geschäft im Sommer 2014 an die Inneneinrichter Ulrich Stein und Herwig Kramer übergab. Die Villa, wie das exklusive Einrichtungshaus nun heißt, bietet neben einer Floristik-Abteilung gediegene Möbel-Kollektionen von Promemoria, Baxter, Walter Knoll, Paola Lenti oder Poltrona Frau an. Ein Team von Architekten, Innenarchitekten und Raumplanern kümmert sich um Einrichtungskonzepte der betuchten Kundschaft. Zugleich ist Die Villa mit ihrem großen Garten ein Ort für exklusive Events.