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Eine Frage des Komforts – das Zuhause wird intelligent

Es geht um Sicherheit, Energieeffizienz und Komfort: Smart-Home-Produkte gibt es bereits seit einigen Jahren. Dass viele Menschen erst jetzt richtig auf die digitalen Helfer aufmerksam werden, dürfte jedoch nicht zuletzt daran liegen, dass viele Anwendungen erst seit kurzer Zeit ausgereift und massentauglich sind. Dabei geht es vor allem um Fragen der Datensicherheit und Kompatibilität.

Viel Begeisterung, wenig Datenschutz

Das zeigt sich auch in den Zahlen der  Gesellschaft für Konsumforschung (GfK): Der Umsatz mit Smart-Home-Produkten stieg in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres um zehn Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Bereits 30 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über digital vernetzte Geräte, wie der aktuelle „Smart Home Monitor“ von Dr. Grieger & Cie bestätigt. Vor allem die Unterhaltungsindustrie wäre ohne Digitalisierung kaum noch denkbar. Rund ein Drittel der Deutschen könnte sich für Smart-TVs (36 Prozent), Musikanlagen (33 Prozent) sowie Heiz- und Beleuchtungssysteme (31 bzw. 29 Prozent) begeistern. Damit ist die Akzeptanz in Deutschland vergleichsweise weit fortgeschritten. Denn auch das zeigen die Umfragen: Fast drei Viertel der Deutschen sind vom Nutzen der Smart-Home-Produkte grundsätzlich überzeugt – mehr als in Großbritannien und sogar im technologiebegeisterten Japan. Immerhin die Hälfte (50,2 %) der Deutschen gibt an, sich für neue Smart-Home-Produkte zu interessieren. Nur jeder Fünfte lehnt eine Nutzung grundsätzlich ab. Als Gründe werden der aufwendige und kostspielige Einbau, die komplizierte Bedienung, die unzureichende Kompatibilität von Geräten unterschiedlicher Hersteller oder die Angst vor Hacker-Angriffen benannt. Apropos Datensicherheit: Um zu zeigen, wie wichtig Daten- und IT-Sicherheit bei Smart Home sind, hat die Firma Sophos auf der CeBit 2017 ein sogenanntes Haunted House errichtet. Hierbei handelt es sich zunächst um ein ganz normales Modellhaus. Das Besondere ist jedoch sein Innenleben. Denn das Haus ist mit allerlei Smart-Home-Applikationen ausgestattet und soll als sogenannter Honeypot Hacker zum „digitalen Einbrechen“ verführen. Besucher können dann live miterleben, wie Hacker aus aller Welt Türen, Fenster, Licht und andere Geräte fernsteuern.

Energie, Entertainment und Sicherheit

Das Experiment verdeutlicht, wie weit die Eroberung des Heims durch das Internet vorangeschritten ist. Grundsätzlich deckt der Trend zum intelligenten Zuhause die großen Themen Energiemanagement, Entertainment und Kommunikation, Gebäude- und Wohnungssicherheit, Gesundheit und Ambient-Assisted-Living (AAL) sowie Hausautomation und Komfort ab. Dahinter verbergen sich durchaus praktische Lösungen, zum Beispiel für die Gartenbewässerung, Coming-Home-/Leaving-Home-Funktionen, intelligente Heiz- und Beleuchtungssysteme bis hin zu komplexen Alarm- und Überwachungssystemen, Anwesenheitssimulationen und die Verwaltung von eigenerzeugtem Strom. Aktuell nutzen 91,6 Prozent aller „smarten“ Haushalte digitale Lösungen für das Energiemanagement. Bei 89,6 Prozent sind es Produkte und Anwendungen für Entertainment und Kommunikation. 52,8 Prozent nutzen Smart-Home-Systeme für die Sicherheit von Gebäude und Wohnung.

Wie viel Potenzial in dem Thema Smart Home steckt, haben auch Projektentwickler aus der Wohnungswirtschaft erkannt. Sie haben direkten Einfluss auf die technische Ausstattung von Immobilien. In einer Studie des Beratungsunternehmen mm1 mit der Smart Home Initiative Deutschland e.V. und dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen gaben 85 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Smart Home ein Instrument für die Vermarktung ihrer Objekte ist. Laut einer Handelsblatt-trend-Studie mit der JUNG-Beratung käme bei 58 Prozent der Deutschen eine Smart-Home-Ausstattung bei einem Neubau infrage, bei einer Sanierung liegt dieser Anteil sogar bei 69 Prozent.