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Ein Stück Berlin unterm Baum

Weihnachten steht vor der Tür und damit die Frage nach passenden Geschenken. Mit einem Stück Berliner Design für die Wohnung liegt man nie falsch, finden wir, und haben deshalb ein paar Produkte von Berliner Designern für ganz verschiedene Charaktere zusammengetragen.

FÜR PURISTEN

Regale aus Apfelsinenkisten auf fusselnden Flokatis zierten in den 60er- und 70er-Jahren so manche Studentenbude. Diese Provisorien inspirierten das Berliner Designerduo Läufer+Keichel, als es für die ebenfalls in Berlin ansässige Firma Schneiderschram den Stuhl „Satsuma" entwarf. Besonders leicht sollte er sein und trotzdem schön und bequem. Von der guten alten Apfelsinenkiste guckten sie sich den sparsamen Umgang mit Materialien ab und gestalteten die Sitzrahmen und Beine von „Satsuma" aus Massivholzprofilen mit dreieckigem Querschnitt. Mit seinen gerade mal 3,5 Kilo ist der Stuhl ein echtes Leichtgewicht, das bereits die Designwelt für sich einnehmen konnte: Er wurde für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert und gewann den Interior Innovation Award 2014.

FÜR FLEXIBLE

Julia Läufer und Marcus Keichel sind nicht die einzigen Berliner, die preisgekröntes Design herstellen. Auch das Büro Murken Hansen eroberten von seinem Kreuzberger Studio aus die Herzen der Jury-Mitglieder des Interior Innovation Awards 2014, und zwar mit dem Beistelltisch „Olivo" für die Firma Pieperconcept. Das sowohl in der Höhe verstellbare, aber auch dreh- und kippbare Multitalent eignet sich gleichermaßen für Büro, Wohn- oder Schlafzimmer. Es ist sowohl in unauffälligem Schwarz, Weiß und Grau, als auch in mutigeren Farbtönen wie Grün und Rot erhältlich.

FÜR PÜNKTLICHE

Man könnte meinen, dass Armbanduhren in Zeiten von Handys und Computern passé sind. Doch bei einer Uhr wie „Metro" von der sächsischen Uhrenmanufaktur Nomos Glashütte können selbst moderne Großstädter schwer widerstehen. Mit minimalen Farbakzenten in Rot und Mintgrün gelang es Mark Braun, dem schlichten Ziffernblatt einen jungen, urbanen Look zu geben. Dafür bekam er 2014 den German Design Award verliehen. Wenn „Metro" unter dem Weihnachtsbaum liegt, ist die Freude garantiert.

FÜR ORDENTLICHE

Dreidimensional gebogenes Stahlblech ist die Basis der Möbel von Linea1. Seit zehn Jahren arbeiten die Architekten Irina Jurasic und Francesco Apuzzo mit dem Material. Von einem Geheimtipp im Freundeskreis entwickelten sich ihre Möbel zum stadtbekannten Label mit eigenem Showroom in der Ackerstraße 165 in Mitte. Wer seine Magazine lieber geordnet an der Wand als zerfleddert auf dem Couchtisch liegen hat, für den eignet sich ihr Magazinhalter „MR". Die Zeitschriften scheinen an der Wand zu schweben, denn die weißen Metallbügel nehmen sich bewusst zurück. Das perfekte Geschenk für Ordnungsfreaks oder Menschen, die man gerne dazu erziehen möchte.

FÜR ÄSTHETEN

Auch das Neuköllner Label New Tendency stellt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Designern seine eigenen Möbel her. So entwarf der in Berlin lebende Däne Sigurd Larsen das Regalsystem „Click". Herrlich unbeschwert hängt es an der Wand und bietet Platz für Kleinigkeiten, die besonders in Szene gesetzt werden sollen. Dabei wird es von nur vier Schrauben zusammengehalten. Wem der aktuelle Kupfertrend gefällt, der wird „Click" lieben.

FÜR RETRO-FANS

Seine Designpreise kann Werner Aisslinger als einer des dienstältesten Produktdesigner Berlins kaum noch zählen. Er entwarf bereits Anfang der Neunziger Möbel in der Hauptstadt, also lange bevor sie hip und trendy wurde. Ihm verdanken die Berliner aber nicht nur schöne Möbel, sondern auch Inneneinrichtungen wie die des Hotels 25Hours am Zoo, das Aisslinger einschließlich des Restaurants Neni und der Monkey Bar einrichtete. Sein neuster Wurf bringt Licht in dunkle Stuben, denn für die spanische Firma B.lux gestaltete Aisslinger die Leuchtenkollektion „Aspen". Benannt nach dem Skiort in Colorado, erinnern sowohl Form als auch Farben an das Wohndesign der sechziger Jahre in den USA. Fans der Serie „Mad Men" werden sich freuen.

FÜR VERSPIELTE

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Wer sich mit dieser Frage nicht permanent quälen möchte, für den eignet sich der Spiegel „Eclipse" von Uli Budde. Denn er ermöglicht, tatsächlich nur dann in den Spiegel zu schauen, wenn man es auch wirklich möchte und nicht im Vorbeigehen mit dem eigenen Bild konfrontiert zu werden. Wie sich die Sonne bei einer Sonnenfinsternis hinterm Mond versteckt, verschwindet der Spiegel dank eines versteckten Drehmechanismus hinter einer runden Scheibe aus Aluminium - allerdings niemals komplett, ein bisschen Spiegel bleibt immer sichtbar. Ein wunderschönes Wandobjekt für alle, die gerne das Nützliche mit dem Schönen verbinden.