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Bon Appétit, Berlin!

Wer kennt es nicht? Beim Blättern im Kochbuch läuft einem das Wasser im Mund zusammen, aber sobald man die Liste der Zutaten durchgeht, verwirft man den Plan zu kochen wieder. Allein das Einkaufen nimmt bei manchen Gerichten fast den halben Tag in Anspruch, weil manche Zutaten so speziell sind, dass man sie nicht einfach im Supermarkt um die Ecke bekommt. 

Das begehbare Kochbuch

Auch Kochhaus-Erfinder Ramon Goo nervte, dass es immer mindestens eine Zutat für ein Rezept nicht im Supermarkt gab. Und genau das brachte ich auf die Idee für das Kochhaus. Goo hängte seinen Job bei McKinsey an den Nagel und entwickelte ein Shop-Konzept für ein „begehbares Kochbuch“ . Im Kochhaus werden nicht einfach Lebensmittel verkauft, sondern die jeweiligen Zutaten für eines der vom Kochhaus-Team kreierten Rezepte appetitlich in Schalen oder Körben dekoriert und auf Holztischen kredenzt. Fisch, Fleisch oder Milchprodukte findet man in einer kleinen Kühltruhe gleich daneben. Ein Faltblatt mit dem Rezept und genauer Anleitung gibt es gratis dazu und wer möchte, kann gleich den passenden Wein zum Menu oder die nötigen Küchenutensilien an Ort und Stelle erstehen. Der einzige Stress, den man beim Einkauf im Kochhaus hat, ist sich für eines der 18 angebotenen Gerichte zu entscheiden. 

Keine Zeit zum Einkaufen?

Wer nicht einmal Zeit zum einkaufen findet, ist beim Berliner Startup Kochzauber an der richtigen Adresse. Vielbeschäftigte Singels, Paare oder gestresste Eltern schickt Kochzauber die Zutaten für jeweils drei Gerichte in von Hand gepackten Boxen. Von Food-Stylisten arrangierten Rezeptkarten inklusive, versteht sich.  Bis zu zweimal wöchentlich wird zu der vom jeweiligen Kunden gewünschten Zeit geliefert. Ist man verreist oder will einfach mal mit der Zauberbox aussetzen, kein Problem. Ein Klick im Online-Account genügt und die Lieferung wird ausgesetzt.

Und weil die Geschmäcker verschieden sind, gibt es für Vegetarier die Veggiebox, für Familien mit Kleinkindern, die lieber Pizza oder Pasta verspeisen statt Sesamhähnchen auf asiatischer Glasnudelpfanne mit Röstzwiebeln, die Kleine-Helden-Box oder für kalorienbewusste Esser die Weight-Watchers-Box. Vierte Variante ist die Original-Kochzauber-Box, die Fleisch-, Fisch oder vegetarische Gerichte kombiniert. Gekocht wird weitgehend mit saisonalen und regionalen Zutaten und möglichst vielen Produkten aus dem biologischen Landbau.

Kochkurse in der Cookeria

Als Firmengründer noch nicht Start-ups hießen, war Anke Meiswinkel mit ihrer Cookeria bereits am Start. Für ihr Geschäftsmodell heimste 2006 den Preis Berliner-Gründerchampion ein. Das war fünf Jahre nach dem Start der Cookeria in der Charlottenburger Haesler Straße, wo sie bis heute mit ansteckender Fröhlichkeit den Kochlöffel schwingt. Meiswinkels Motto: Jeder kann kochen. Und als ausgebildete Ökotropologin weiß sie, wie man Menschen motiviert, lustvoll gesund zu essen. Seit 15 Jahren erfreuen sich ihre Kochkurse großer Beliebtheit. Kulinarisch reist Meiswinkel mit ihren Kochschülern rund um den Globus, etwa zur Seidenstraße, wo asiatische Gaumenfreuden locken. Köchin Shoko Kono ist dabei ebenso mit von der Partie wie bei größeren Events für Firmen oder Familienfeiern, wo in kleineren Gruppen jeweils ein Gang für das Menu hergestellt wird, dass sich am Ende alle gemeinsamen schmecken lassen.

Kochen im Loft bei Live-Musik

Das gemeinsame Kocherlebnis steht auch im Mittelpunkt des Konzepts Kochende Welten. In einer 160 qm großen Fabrikloft in der Gerichtstraße im Wedding glänzt die mobile Edelstahlküche von Denise Gross und Markus Kniepkamp. Ein stilvoller Mix aus dem maroden Charme der alten Gemäuer mit Designermöbeln und feinem Porzellan bestimmen das Ambiente für die Kochkurse die hier stattfinden. Der Name Kochende Welten ist dabei nicht nur kulinarisch Programm: Mit ihrer mobilen Küche kommt das Duo nämlich zu jedem beliebigen Ort vom romantischen Hinterhof bis zum mondänen Herrenhaus, um in geselliger Runde zu kochen, Cocktails zu mixen, Weine zu probieren und genüsslich zu schmausen. Garniert mit Live-Musik oder einer Tango-Einlage von Profitänzern wird das Ganze zum unvergesslichen Ereignis

Die verrücktesten Köche Berlins

Dass Kochen hervorragend zur Teambildung geeignet ist, wissen auch die wohl verrücktesten Köche Berlins. Kitchen Rebellions oder Kochpiraten nennen sich Dirk „Walde“ Müller und Heiko Schulz. Zu einer Zeit als tätowierte Köche noch ein NoGo in der Haute Cuisine waren, entwickelten sie ihr Kochbox-Konzept. Ihr Devise: Geht nicht, gibt’s nicht. Und so garten sie als Showköche im TV und auf Events Lachs im Geschirrspüler oder  tätowierten Firmenlogos, Totenköpfe oder die Rock’n Roll-Pommes-Gabel auf Kalbsmäusle. In der 2011 eröffneten Kochschule der Kochbox, unter dem S-Bahnviadukt um die Ecke vom Hackeschen Markt, dürfen Hobby-Köche selbst ihr Talent für und unkonventionelle Kochideen testen. Besonders Tattoos sind dabei beliebt und mitunter wird schon mal ein Heiratsantrag mit Sepiafarbe auf ein Steak tätowiert. – So kann man das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ auch verstehen.

Na dann: Bon Appétit!

 

Bilder und Bildrechte:

Titel: © Kochzauber

01 © Kochhaus
02 © Kochzauber
03 © Cookeria
04 © Kochende Welten
05 © Kitchen Rebellions