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Berliner Markt für Premium-Immobilien behauptet sich

Berliner Markt für Premium-Immobilien behauptet sich

Die europäischen Märkte für hochklassige Wohnimmobilien kannten im vergangenen Jahr viele Verlierer, aber auch einen Gewinner: Berlin. Laut Prime International Residential Index (Piri) des internationalen Immobilienberaters Knight Frank, der an 100 Märkten weltweit die jährliche Wertenwicklung von Premium-Wohnimmobilien abbildet, gaben die Preise im vergangenen Jahr zwar besonders in Europa vielerorts nach: Unter den weltweit 34 Standorten, in denen die Preise fallen, befinden sich 22 europäische Namen. Saint-Tropez musste mit einem Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Und auch in Cannes (-2,7 Prozent) und Paris (-2,1 Prozent) sanken die Preise für Premium-Wohnimmobilien. Doch längst nicht überall in Europa gerät die Wertentwicklung derzeit ins Stocken. In Berlin zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: Die deutsche Hauptstadt konnte dem Index zufolge ein Plus von satten neun Prozent verzeichnen. Zum Vergleich: Weltweit stiegen die Preise an den untersuchten Standorten 2015 „nur“ um 1,8 Prozent.

Preistrend wird anhalten

Die enormen Wertzuwächse im Premium-Segment zeigen einmal mehr, dass Berlin mittlerweile eindeutig zu den internationalen Top-Investitionsstandorten zählt. Im Piri-Ranking belegte die Metropole an der Spree Platz elf – und erzielte damit hinter München bundesweit das zweitbeste Ergebnis. Dem positiven Preistrend steht auch künftig nichts im Wege, denn im Gegensatz zu anderen europäischen Top-Standorten gibt es in Berlin noch genügend Luft nach oben. Zwar haben sich die Kaufpreise und Mieten in den vergangenen drei bis vier Jahren zwischen 30 Prozent und 40 Prozent verteuert, doch im internationalen Vergleich sind sie nach wie vor verhältnismäßig niedrig und die Steigerungen daher eher als Nachholeffekte eines jahrelang unterbewerteten Immobilienmarkts zu verstehen. Ganz anders sieht es da beispielsweise im hochpreisigen London aus, wo in Nobelvierteln wie Mayfair oder Chelsea mittlerweile sogenannte Geisterstraßen existieren – also Gegenden, in denen Premium-Wohnimmobilien nur im Hinblick auf potenzielle Wertsteigerungen erworben werden und darüber hinaus komplett ungenutzt bleiben. Von derlei Überhitzungstendenzen kann auf dem Berliner Markt keine Rede sein. Jedes Jahr ziehen mehr als 40.000 Menschen in die Bundeshauptstadt, der Einkommensdurchschnitt der Berliner steigt weiter. Der Bedarf an Wohnraum wächst also kontinuierlich – und die Neubautätigkeit hinkt der Nachfrage noch immer hinterher.

Nachfrage Hochvermögender wächst weiter

Denn auch das zeigt die Erhebung: In den kommenden zehn Jahren werden Wohnimmobilien zur Kapitalanlage die beliebteste Investmentklasse der Vermögenden weltweit sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter rund 400 führenden Privatbanken und Anlageberatern sogenannter Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs) im Rahmen des Piri. Ihr Statement war eindeutig: Mehr als jeder zweite von ihnen ist sich sicher, dass Wohnimmobilien eine gewinnbringende Investition darstellen – vorausgesetzt es besteht noch Potenzial für Wertsteigerungen.