/sites/default/files/iStock_000026709325_Double_0.jpg


Berlin: Metropole der Baukräne

Berlin ist nicht nur das politische Zentrum Deutschlands, sondern auch die Hauptstadt der Baukräne. In keiner anderen deutschen Stadt ragen so viele Kräne in den Himmel wie in der Spreemetropole. Der Bauboom wird auch in den kommenden Jahren nicht abreißen. Das belegt eine neue Prognose der Investitionsbank Berlin (IBB): In den kommenden drei Jahren werden in der Hauptstadt voraussichtlich 55.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Grundlage der Schätzung sind mehr als 100.000 Baugenehmigungen im Zeitraum 2015 bis 2017.

Bauboom stellt Phase nach Wiedervereinigung in den Schatten

Die IBB bilanziert für das Gesamtjahr 2014 insgesamt rund 20.000 Genehmigungen. Für 2015 bis 2017 sagt sie eine weitere Steigerung auf jährlich bis zu 35.500 Baugenehmigungen voraus. Damit würde die aktuelle Bauphase in Berlin sogar den Bauboom in den Jahren nach der Wiedervereinigung übertreffen. So wurden 1995 nur knapp 30.000 Baugenehmigungen erteilt, 70 Prozent davon in den Bezirken des ehemaligen Ostberlins.

 

Das Wachstum Berlins ist ungebrochen

Es gibt mehrere Gründe für diesen Bauboom. Der wichtigste dürfte die dauerhafte Zuwanderung nach Berlin sein. Derzeit beträgt die Nettozuwanderung nach Berlin etwa 40.000 Personen pro Jahr - dieser Trend wird sich nach Überzeugung der IBB auch weiter fortsetzen. In der Spreemetropole gab es Ende 2013 etwa 1,9 Millionen Wohnungen. Der Berliner Senat erwartet, dass wegen des Zuzugs bis 2030 rund 140.000 zusätzliche gebraucht werden. Hinzu kommen die anhaltende Unsicherheit über die weitere finanzwirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum und die derzeitige Niedrigzinsphase, die Investitionen in Sachwerte begünstigen und somit die Nachfrage nach Wohnungen als Kapitalanlage verstärken.

Genug Fläche für neue Wohnungen

Der positive Effekt des Baubooms wird laut IBB allerdings verzögert einsetzen. Denn zwischen Genehmigung und Bau einer Wohnung vergehen in der Regel mehrere Jahre. Einige Projekte werden auch gar nicht umgesetzt. Nach Angaben der IBB liegt die Fertigstellungsquote in Berlin im Durchschnitt bei 70 Prozent. Sorgen, dass es künftig in der Hauptstadt eng wird, muss man sich laut IBB-Bericht aber nicht machen. Im Unterschied zu vielen anderen deutschen Städten hat Berlin noch reichlich Flächenpotenzial für den Wohnungsneubau. Nicht nur in Berlin ist mit einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu rechnen, sondern auch in anderen Ballungszentren. Seit 2010 steigen die Baugenehmigungszahlen bundesweit - ein Trend der sich auch 2015 leicht abgeschwächt fortsetzt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden von Januar bis März 1,5 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum.