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Auf der Spur der "Superreichen"

Laut einer Studie der Credit Suisse ist das weltweite Privatvermögen im Jahr 2014 um 9 % auf 263 Billionen US-Dollar gestiegen. Damit wurde ein Rekordwachstum erzielt. Doch wer gilt in den Sphären der Superreichen als „reicher als reich" und gehört damit zu einer noch exklusiveren Gruppe als das „reichste ein Prozent der Weltbevölkerung"?

WIE STEHT ES UM DIE „UHNWI"?

Was bedeutet UHNWI? UHNWI steht für „Ultra High Net Worth Individual" (UHNWI) und bezeichnet Personen, die ein Nettovermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar angesammelt haben. Laut dem Wealth Report 2015 von Knight Frank gibt es weltweit fast 173.000 Superreiche. Ihr Anteil am globalen Vermögen beläuft sich auf über 20 Billionen US-Dollar.

 

WER SIND DIESE 0,002 PROZENT? WO LEBEN SIE, WOFÜR GEBEN SIE IHR GELD AUS UND WIE LEGEN SIE ES AN?

Knight Frank zufolge leben die meisten Superreichen in London (4.364). Tokio, Singapur, New York und Hongkong befinden sich ebenfalls unter den fünf wichtigsten Städten für Superreiche (mit 1.909 UHNWI belegt Frankfurt den sechsten Platz). Wenn man nicht die Gesamtbevölkerung als Parameter verwendet, sondern die Anzahl der Superreichen pro Kopf der Bevölkerung, sind es interessanterweise eher die kleineren Städte, die pro 100.000 Einwohnern einen höheren Anteil an Superreichen aufweisen. Genf, Singapur, Zürich, Frankfurt und Hongkong belegen hier die ersten fünf Plätze (München und Hamburg befinden sich jeweils auf dem neunten und zehnten Platz).

Simon Kuper von der Financial Times äußerte im Jahr 2013 die Sorge, dass „die großartigsten Städte zu Bastionen der Elite werden". Die Entwicklung in Megastädten wie New York, Paris und Hongkong bezeichnet er als „Plutokratisierung" und die Städte selbst als „riesige gesicherte Wohnanlagen, in denen sich das eine Prozent immer wieder neu reproduziert". Die Vielfalt und lebendige Kreativität, die diese Städte einmal stark gemacht haben, sind in der Kluft verschwunden, die von den Superreichen geschaffen wurde.

Interessant ist auch die Aussage von James Roberts, dem Chefökonom von Knight Frank: „In einer Welt des steten Wandels investieren die Superreichen ehrgeizig in Gewerbeimmobilien, um eine Wertschöpfung zu erzielen." Auch wenn die großen Volkswirtschaften Europas - Frankreich und Deutschland - im Jahr 2014 weitgehend stagnierten, stellt Roberts fest, dass insbesondere „Berlin eine dynamische Technologieszene aufweist und jungen Arbeitern relativ niedrige Lebenshaltungskosten ermöglicht. Hier sind immer mehr Gründungszentren für Start-ups zu verzeichnen."

Laut Knight Frank sind die Superreichen von heute tatsächlich genauso anspruchsvoll wie viele institutionelle Anleger, da viele von ihnen seit Langem über Immobilienportfolios verfügen und die Nachfrage nach Immobilien als Geldanlage rasant steigt. Superreiche in Großbritannien investieren am liebsten in Immobilien in Deutschland. Bei anderen europäischen Superreichen nimmt Deutschland den zweiten Platz ein.

Gewerbe- und Wohnimmobilien stehen also ganz oben in den Investmentportfolios der Superreichen. Aber wofür gibt diese Elite noch ihr Geld aus?
Aufschluss darüber gibt der Big Spenders Index 2015. Dieser Bericht wurde erstmals vom Luxury Analyst Team von Ledbury Research zusammengestellt. Fast ein Drittel der Befragten gehen davon aus, dass ihre Kunden im Jahr 2015 mehr Geld für Luxusgüter ausgeben werden. In dem Index werden die Länder angeführt, in denen die Ausgaben für Luxusgüter - sowohl von in- als auch von ausländischen Superreichen - voraussichtlich steigen werden.

Es überrascht nicht, dass die britischen Hochvermögenden den Big-Spenders-Index anführen. Bei der Bewertung werden verschiedene Kategorien berücksichtigt, darunter die Anzahl der Luxusgeschäfte, Reisen und Ausgaben im Premiumsegment, Ausgaben für importierte Luxusartikel und große Anschaffungen im Luxusbereich. China rangiert auf dem zweiten Platz nach Großbritannien. Mit einem Anteil von schätzungsweise 29 Prozent am Luxusgütermarkt stellen die chinesischen Verbraucher bereits die weltweit größte Konsumentengruppe in diesem Segment dar. Katar, Kanada und Indien belegen die restlichen Plätze in den Top-Fünf.